Die Durchsetzung von NIS2 und die Operation Endgame lassen die Ransomware-Zahlen in Frankreich sinken. Eine Schwachstelle im WebFiling-Dienst des britischen Companies House legte die Daten von 5 Millionen Geschäftsführern offen — eine schwerwiegende DSGVO-Panne. Die Cyberangriffe im Vereinigten Königreich steigen um 36 % gegenüber dem Vorjahr, während Police Scotland ein Bußgeld der ICO über 66.000 Pfund erhält. CISA erlässt eine Notfallanweisung für kritische Infrastruktur.
Die französische Cybersicherheitsbehörde ANSSI hat am 11. März ihren Jahresbericht zur Bedrohungslage 2025 vorgelegt. Er zeigt einen moderaten, aber bedeutsamen Rückgang der Ransomware-Angriffe — von 141 Vorfällen im Jahr 2024 auf 128 im Jahr 2025. Auch wenn die absoluten Zahlen klein wirken, führt die ANSSI die Verbesserung unmittelbar auf zwei Kräfte zurück: proaktive Cyberabwehr im Rahmen von NIS2 und groß angelegte Strafverfolgungsoperationen, insbesondere die Operation Endgame.
Die Daten der ANSSI liefern den ersten konkreten Beleg dafür, dass von NIS2 getriebene Vorsorgemaßnahmen die Erfolgsquote von Angriffen senken — und zwar EU-weit. Frankreichs Umsetzung der NIS2-Vorgaben — verpflichtende Vorfallmeldung, Anforderungen an die Lieferkettensicherheit und Verantwortlichkeit der Leitungsebene — erzeugt offenbar messbaren Widerstand für Ransomware-Betreiber.
NIS2 Zentrale Erkenntnis: ANSSI-Generaldirektor Vincent Strubel betonte, dass die verschwimmenden Grenzen zwischen staatlichen Akteuren und Cyberkriminellen die Zuordnung erschweren. Gruppen teilen inzwischen Werkzeuge und Aufgaben, wodurch sich APT-Operationen kaum noch von finanziell motivierten Angriffen unterscheiden lassen.
Das britische Companies House — das staatliche Register aller britischen Unternehmen — musste sein WebFiling-Portal am 14. März abschalten, nachdem der Sicherheitsforscher Dan Neidle eine gravierende Schwachstelle offengelegt hatte. Der Fehler war trivial ausnutzbar: mit eigenen Zugangsdaten anmelden, eine Einreichung für ein anderes Unternehmen versuchen, bei der Authentifizierungsabfrage zurückgehen — und im Portal jenes Unternehmens statt im eigenen landen.
Nach der UK GDPR (aus dem EU-Recht übernommen) drohen Companies House Maßnahmen der ICO. Das Fehlen grundlegender Zugriffskontrollen in einem System mit Millionen personenbezogener Datensätze deutet zusammen mit dem monatelangen Offenlegungszeitraum auf unzureichende technische und organisatorische Maßnahmen nach Artikel 32 hin. Kleine Unternehmen mit wenigen internen Kontrollen sind für Folgebetrug am anfälligsten.
Der Global-Threat-Intelligence-Bericht von Check Point für Februar 2026 zeigt eine deutliche Abweichung: Während die Cyberangriffe weltweit um 9,8 % gegenüber dem Vorjahr zunahmen, verzeichneten britische Organisationen einen Anstieg um 36 % — fast das Vierfache des weltweiten Werts. Britische Unternehmen sahen sich durchschnittlich 1.504 Angriffen pro Woche ausgesetzt; Bildung, Energie, Verwaltung, Gesundheitswesen und Finanzdienstleistungen trugen die Hauptlast.
Das britische Information Commissioner's Office hat Police Scotland mit 66.000 Pfund belegt, nachdem die Behörde den gesamten Inhalt des Telefons eines Opfers — darunter Krankenunterlagen, intime Fotos und Familienkontakte — an jenen Kollegen weitergegeben hatte, den sie der Vergewaltigung beschuldigt hatte. Die Daten waren im Rahmen einer internen Disziplinaruntersuchung ausgelesen und irrtümlich an den beschuldigten Beamten übermittelt worden.
Bei dem Opfer wurde eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert. Der Fall zeigt, dass die Durchsetzung der DSGVO weit über Datenpannen in Unternehmen hinausreicht — Strafverfolgungsbehörden unterliegen denselben Pflichten , wenn sie personenbezogene Daten verarbeiten.
CISA hat die Notfallanweisung 26-03 erlassen und alle Bundesbehörden verpflichtet, ihre Cisco-Catalyst-SD-WAN-Infrastruktur nach der aktiven Ausnutzung von CVE-2026-20127 (CVSS 10.0) unverzüglich zu patchen. Die Schwachstelle erlaubt es nicht authentifizierten Angreifern, administrativen Zugriff auf SD-WAN-Systeme zu erlangen, die verteilte Behördennetze verwalten.
| Regulierungsübersicht — März 2026 | Regulierung | Stand |
|---|---|---|
| Auswirkung dieser Woche | Enforcement active across EU | Durchsetzung EU-weit aktiv |
| ANSSI-Daten zeigen den ersten Beleg für einen Rückgang von Ransomware im Zusammenhang mit NIS2-Vorsorge | DSGVO | Vollständig durchgesetzt (UK und EU) |
| Companies-House-Panne und Bußgeld gegen Police Scotland zeigen die anhaltende Durchsetzungsintensität | Applied since Jan 17, 2025 | Anwendbar seit 17. Januar 2025 |
| Finanzsektor beim britischen Anstieg besonders betroffen — Dringlichkeit von Resilienztests steigt | Phased enforcement through 2027 | Stufenweise Durchsetzung bis 2027 |
| Daten zum Schatten-KI-Risiko (88 % der Organisationen betroffen) unterstreichen die Dringlichkeit von KI-Governance | Transitional period until 2027 | Übergangszeitraum bis 2027 |
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