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Sicherheits-Briefing 17. März 2026 10 Min. Lesezeit

LeakNet-Ransomware übernimmt ClickFix + Deno-Runtime, GlassWorm ForceMemo kapert Python-Repos, RondoDox-Botnet nutzt 174 Schwachstellen aus, CISOs kämpfen mit KI-Sicherheit

Die LeakNet-Ransomware-Bande kombiniert ClickFix-Social-Engineering mit einem Deno-basierten In-Memory-Loader, um der Erkennung zu entgehen. Die ForceMemo-Kampagne von GlassWorm nutzt gestohlene GitHub-Tokens, um per Force-Push Schadsoftware in Hunderte Python-Repositories einzuschleusen. Das RondoDox-Botnet erreicht Spitzenwerte von 15.000 Ausnutzungsversuchen pro Tag über 174 Schwachstellen. Ein Pentera-Bericht enthüllt, dass 67 % der CISOs nur begrenzte Sichtbarkeit über die KI-Nutzung haben. Die Folgen des Oracle-EBS-Datenlecks halten an, vier Großkonzerne schweigen weiterhin. Tech-Giganten unterzeichnen einen Branchenpakt gegen Betrug.


🔐 LeakNet-Ransomware übernimmt ClickFix + Deno-Runtime für unauffällige Angriffe

Die LeakNet-Ransomware-Gruppe hat ihre Strategie für den initialen Zugang weiterentwickelt, indem sie die ClickFix-Social-Engineering-Technik mit einem neuartigen Schadsoftware-Loader kombiniert, der auf der Deno-JavaScript/TypeScript-Runtime aufbaut — so eine heute von ReliaQuest veröffentlichte Untersuchung.

⚠️ Kritisch: „Bring Your Own Runtime"-Angriff

LeakNet installiert die legitime, signierte Deno-Executable auf Opfersystemen und nutzt sie, um bösartiges JavaScript direkt im Arbeitsspeicher auszuführen. Da Deno ein vertrauenswürdiges Entwicklerwerkzeug ist, umgeht es die meisten Endpoint-Blocklisten und Application-Whitelisting-Kontrollen. ReliaQuest nennt dies einen „Bring Your Own Runtime" (BYOR)-Angriff.

Angriffskette

Die vollständige Angriffssequenz entfaltet sich in mehreren Stufen:

  1. Initialer Zugang: Der ClickFix-Köder verleitet Opfer dazu, einen Befehl in ihr Terminal einzufügen
  2. Loader-Bereitstellung: VBS- und PowerShell-Skripte (Romeo*.ps1 und Juliet*.vbs) installieren Deno und führen die JavaScript-Payload im Arbeitsspeicher aus
  3. Fingerprinting: Der Loader profiliert den Host, erzeugt eine eindeutige Opfer-ID und verbindet sich mit dem C2
  4. Persistenz: DLL-Sideloading über jli.dll, geladen durch Java in C:\ProgramData\USOShared
  5. Laterale Bewegung: PsExec zur Netzwerkverbreitung, klist zur Credential-Discovery
  6. Exfiltration: Daten werden über missbrauchte Amazon-S3-Buckets zwischengelagert und exfiltriert

Erkennungsmöglichkeiten

Trotz der Raffinesse bietet die Angriffskette klare Erkennungssignale:

🏢 NIS2-Relevanz

Nach NIS2 Artikel 21 müssen wesentliche und wichtige Einrichtungen Maßnahmen zur Lieferkettensicherheit und zum Vorfallmanagement umsetzen. Die BYOR-Technik, die legitime Runtimes ausnutzt, unterstreicht den Bedarf an verhaltensbasierter Erkennung jenseits einfacher Allowlists — eine Anforderung, die kontinuierliche Sicherheitsvalidierung durch automatisiertes Pentesting adressieren kann.


🐍 GlassWorm ForceMemo: Gestohlene GitHub-Tokens machen Python-Repositories zur Waffe

Die GlassWorm-Schadsoftware-Kampagne hat eine gefährliche neue Phase mit dem Namen ForceMemo hervorgebracht, die gestohlene GitHub-Tokens nutzt, um Schadsoftware in Hunderte Python-Repositories einzuschleusen — so StepSecurity.

Wie ForceMemo funktioniert

  1. Token-Diebstahl: Die GlassWorm-Schadsoftware, verbreitet über bösartige VS-Code- und Cursor-Erweiterungen, stiehlt GitHub-Tokens von Entwicklersystemen
  2. Kontoübernahme: Angreifer nutzen gestohlene Tokens, um auf GitHub-Konten von Entwicklern zuzugreifen
  3. Unauffällige Einschleusung: Bösartiger Code wird auf die neuesten legitimen Commits rebased und per Force-Push übertragen, wobei die ursprüngliche Commit-Nachricht, der Autor und das Datum erhalten bleiben
  4. Payload-Aktivierung: Eine base64-kodierte Payload, angehängt an setup.py, main.py oder app.py, wird ausgelöst, sobald jemand pip install ausführt oder geklonten Code ausführt

⚠️ Kritisch: Russische-Gebietsschema-Prüfung

Die Schadsoftware prüft, ob das Systemgebietsschema auf Russisch eingestellt ist — falls ja, überspringt sie die Ausführung. Dies ist eine gängige Taktik russisch-verbundener Bedrohungsakteure, um eine Kompromittierung inländischer Systeme zu vermeiden, was stark auf den Ursprung der Kampagne hindeutet.

Zu den anvisierten Projekten gehören Django-Apps, ML-Forschungscode, Streamlit-Dashboards und PyPI-Pakete. Die frühesten Einschleusungen reichen bis zum 8. März 2026 zurück, was bedeutet, dass potenziell Tausende Entwickler in den vergangenen neun Tagen bereits kompromittierten Code ausgeführt haben könnten.

Abhilfemaßnahmen


🤖 RondoDox-Botnet erreicht Spitzenwert von 15.000 täglichen Exploits über 174 Schwachstellen

Das RondoDox-Botnet hat seine Aktivität erheblich eskaliert und Spitzenwerte von 15.000 Ausnutzungsversuchen pro Tag erreicht, während es ein erweitertes Arsenal von 174 bekannten Schwachstellen ins Visier nimmt — so SecurityWeek.

Anders als Spray-and-Pray-Botnets hat RondoDox einen gezielteren Ansatz gewählt und konzentriert Ausnutzungsversuche auf bestimmte Schwachstellenklassen und Gerätetypen, statt wahllos das Internet zu scannen.

🔢 In Zahlen

174 anvisierte CVEs · 15.000 Ausnutzungsversuche/Tag im Spitzenwert · Fokus auf IoT-Geräte, Netzwerk-Appliances und ungepatchte Webanwendungen · Mehrere Exploit-Ketten, die initialen Zugang mit Privilegieneskalation kombinieren

Die Expansion des Botnets unterstreicht die kritische Bedeutung von zeitnahem Patch-Management und kontinuierlichem Schwachstellen-Scanning — insbesondere für internetzugewandte Infrastruktur, bei der schon eine kurze Patching-Verzögerung zur Kompromittierung führen kann.


🧠 67 % der CISOs melden begrenzte KI-Sicherheitssichtbarkeit — Pentera-Bericht

Ein neuer AI and Adversarial Testing Benchmark Report 2026 von Pentera, der 300 US-CISOs und leitende Sicherheitsverantwortliche befragte, offenbart eine deutliche Kluft zwischen dem Tempo der KI-Einführung und der Sicherheitsbereitschaft.

Zentrale Erkenntnisse

Der Bericht hebt hervor, dass KI-Systeme neuartige Risikovektoren einführen — autonome Entscheidungsfindung, indirekte Zugriffspfade und privilegierte Interaktionen zwischen Systemen —, die traditionelle Endpoint-, Anwendungs- und API-Sicherheitswerkzeuge nie erkennen oder kontrollieren sollten. Die Qualifikationslücke, nicht das Budget, ist der Hauptengpass.


🏛️ Oracle-EBS-Datenleck: Vier Konzern-Giganten schweigen weiterhin

Während die Folgen des Oracle-E-Business-Suite-Datenlecks anhalten, berichtet SecurityWeek, dass Broadcom, Bechtel, Estée Lauder und Abbott Technologies die einzigen Großunternehmen bleiben, die keine öffentlichen Stellungnahmen zu möglichen Auswirkungen abgegeben haben.

Das Schweigen ist bemerkenswert, da andere betroffene Organisationen bereits Details offengelegt und Prozesse zur Kundenbenachrichtigung eingeleitet haben. Sowohl nach den SEC-Regeln zur Offenlegung von Cyber-Vorfällen als auch nach den EU-NIS2-Anforderungen müssen wesentliche Cybersicherheitsvorfälle innerhalb definierter Fristen gemeldet werden — 4 Werktage bei der SEC und 24 Stunden für die NIS2-Frühwarnung.


🤝 Google, Meta, Microsoft unterzeichnen Branchenpakt gegen Betrug

Mehrere große Technologie- und Einzelhandelsunternehmen, darunter Google, Meta und Microsoft, haben ein Branchenabkommen zur Bekämpfung von Online-Betrug und Betrug unterzeichnet. Die Vereinbarung schafft gemeinsame Rahmenwerke für:

Auch wenn Branchen-Selbstregulierung historisch gemischte Ergebnisse gezeigt hat, signalisiert die Beteiligung der größten Plattformbetreiber wachsenden Druck — sowohl regulatorisch als auch reputationsbezogen —, die Explosion KI-generierter Betrugsinhalte anzugehen.


💰 Tracebit sammelt 20 Mio. USD für Cloud-native Täuschungstechnologie

Tracebit hat 20 Millionen US-Dollar an Finanzierung eingesammelt, um seine Cloud-native Täuschungstechnologie-Plattform zu skalieren. Das Unternehmen plant, in neue Märkte zu expandieren und seine Marketing- und Engineering-Teams auszubauen. Täuschungstechnologie — das Ausbringen von Honeytokens, Köder-Ressourcen und Stolperdrähten über Cloud-Umgebungen hinweg — hat an Zugkraft gewonnen, da Organisationen Erkennungsmethoden suchen, die nicht auf Signaturen oder bekannten Angriffsmustern beruhen.


📋 CISA markiert ein Jahr alte Wing-FTP-Schwachstelle als ausgenutzt

CISA hat CVE-2025-47813, eine ein Jahr alte Wing-FTP-Server-Schwachstelle, in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen (KEV) aufgenommen, nachdem aktive Ausnutzung in freier Wildbahn bestätigt wurde. Der Mangel führt zur Offenlegung des vollständigen lokalen Installationspfads der Anwendung, den Angreifer für weitere Ausnutzung nutzen können.

⏰ Patch-Frist

Bundesbehörden müssen innerhalb der von CISA vorgegebenen Frist patchen. Alle Organisationen, die Wing FTP Server einsetzen, sollten sofort aktualisieren und Zugriffsprotokolle auf Anzeichen von Ausnutzung prüfen.


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Veröffentlicht vom KENSAI Security Research Team · 17. März 2026

Quellen: ReliaQuest, StepSecurity, SecurityWeek, BleepingComputer, The Hacker News, Pentera

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