剣 KENSAI
Security Briefing 🔴 Kritisch

Kritische Infrastruktur unter Angriff: ICS/SCADA-Notfall

6 Min. Lesezeit
KRITISCHE DRINGLICHKEIT

Zusammenfassung

CISA erlässt eine Notfallanweisung, da kritische Schwachstellen in SPS von Siemens und Schneider Electric Stromnetz und Fertigungsanlagen bedrohen. Wasseraufbereitungsanlagen in drei Bundesstaaten melden verdächtige Netzwerkaktivität. Das FBI warnt vor einer koordinierten Cyber-Kampagne gegen den Energiesektor vor den Winterstürmen.

⚡ Fazit: Wenn Sie ICS/SCADA-Systeme betreiben, isolieren Sie betroffene Geräte binnen 48 Stunden gemäß CISA Emergency Directive 26-01.

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Kritisch

CVE-2026-24891 — Remote Code Execution in Siemens SIMATIC S7-1500

Warum es zählt

Eine kritische Schwachstelle in Siemens-SIMATIC-S7-1500-SPS erlaubt nicht authentifizierte Remote Code Execution über das Netzwerk. Diese SPS steuern kritische Prozesse in Stromerzeugung, Fertigung, Wasseraufbereitung und Chemieanlagen. CISA hat die Emergency Directive 26-01 erlassen, die Bundesbehörden verpflichtet, betroffene Systeme binnen 48 Stunden zu isolieren.

Auswirkung Beschreibung
Prozessstörung Abschaltung industrieller Prozesse
Sicherheitssysteme Möglicher Bypass von Sicherheitsverriegelungen
Physischer Schaden Geräteschäden durch bösartige Befehle
Kaskadierende Ausfälle Voneinander abhängige Infrastruktur betroffen

Maßnahmen

  • Betroffene SPS sofort von IT-Netzen isolieren
  • Siemens-Sicherheitsupdate SSA-434535 anwenden
  • Netzwerksegmentierung zwischen IT/OT umsetzen
  • Logging für den gesamten OT-Netzwerkverkehr aktivieren
  • Industrielles IDS einsetzen (Claroty, Dragos, Nozomi)
Kritisch

CVE-2026-24903 — Authentifizierungs-Bypass in Schneider Electric Modicon M340

Warum es zählt

Ein Authentifizierungs-Bypass in Schneider-Electric-Modicon-M340-SPS erlaubt Angreifern, Kontaktplanlogik und Prozessparameter ohne Zugangsdaten zu ändern. Diese Geräte sind in Energieerzeugungs- und -verteilungssystemen weit verbreitet.

⚙️

Unautorisierte Änderungen

Angreifer können industrielle Prozesse ohne Authentifizierung ändern

👁️

Verschleierungsfähigkeiten

Bösartige Änderungen können vor Betreibern verborgen werden

⚠️

Manipulation der Sicherheit

Potenzial zur Manipulation von Sicherheitssystemen

🔓

Persistenter Zugang

Langfristiger persistenter Zugang zu OT-Umgebungen

Maßnahmen

  • Netzwerkzugang zu Modicon-M340-Geräten einschränken
  • Schneider-Patch SEVD-2026-038-01 anwenden
  • Application-Whitelisting auf Engineering-Workstations umsetzen
  • Änderungserkennung für SPS-Programme aktivieren
  • Backup-/Restore-Verfahren für SPS-Konfigurationen prüfen
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Aktiver Einbruch

Eindringversuche in Wasseraufbereitungsanlagen erkannt

Warum es zählt

FBI und CISA bestätigen verdächtige Netzwerkaktivität bei Wasseraufbereitungsanlagen in Texas, Florida und Pennsylvania. Angreifer verschafften sich über exponierte Unitronics-SPS Zugang (ähnlich dem Pennsylvania-Vorfall 2023) und versuchten, Chemikalien-Dosierparameter zu verändern.

Kritischer Alarm: Dies spiegelt den Aliquippa-Wasserwerk-Angriff von 2023 wider. Anlagen mit Unitronics-SPS müssen davon ausgehen, dass sie im Visier sind.

Maßnahmen

  • Internet-Exposition aller HMI-/SPS-Systeme sofort prüfen
  • Standard-Zugangsdaten auf Unitronics und allen OT-Geräten ändern
  • Multi-Faktor-Authentifizierung für Fernzugriff umsetzen
  • Alarmierung bei Änderungen von Prozessparametern aktivieren
  • Mit WaterISAC zur Threat Intelligence koordinieren
🎯
Zuordnung

Energiesektor-Kampagne: „VOLTZITE"

Warum es zählt

Threat-Intelligence-Firmen schreiben jüngste Einbrüche im Energiesektor VOLTZITE zu, einem mutmaßlich staatlichen Akteur mit Fähigkeiten ähnlich SANDWORM. Die TTPs umfassen Living-off-the-Land-Techniken und langfristige Persistenz in OT-Netzen.

Maßnahmen

  • In IT- und OT-Umgebungen nach VOLTZITE-IOCs jagen
  • PowerShell- und WMI-Nutzung in OT-nahen Systemen prüfen
  • Network-Flow-Monitoring an IT/OT-Grenzen umsetzen
  • USB-Gerätekontrolle in OT-Umgebungen aktivieren
  • Tabletop-Übung für die OT-Incident-Response durchführen
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Offenlegung

Offenlegung von AMI-Schwachstellen im Smart Grid

Warum es zählt

Forscher legten Schwachstellen in Advanced-Metering-Infrastructure-Systemen (AMI) mehrerer Hersteller offen, die es Angreifern erlauben könnten, einzelnen Kunden den Strom zu trennen oder Verbrauchsdaten zu fälschen.

Maßnahmen

  • Netzwerksegmentierung des AMI-Systems prüfen
  • AMI-Head-End-Systeme auf die neuesten Versionen aktualisieren
  • Verschlüsselung für Zähler-Kommunikation aktivieren
  • Auf anomale Zähler-Befehlsmuster überwachen

ICS/SCADA-Sicherheits-Checkliste

Sofort (24-48 Stunden)
  • KRITISCH: Siemens-S7-1500-SPS von IT-Netzen isolieren
  • KRITISCH: Schneider-Modicon-M340-Patches anwenden
  • KRITISCH: Internet-Exposition aller OT-Geräte prüfen
  • Standard-Passwörter auf allen SPS-/HMI-Systemen ändern
Diese Woche
  • IT/OT-Netzwerksegmentierung umsetzen
  • OT-spezifische Angriffserkennung einsetzen
  • Fernzugriff auf OT-Umgebungen prüfen
  • OT-Asset-Inventar erstellen
  • OT-Netzwerkverkehr-Logging aktivieren
  • Mit Sektor-ISACs koordinieren (E-ISAC, WaterISAC)
  • Incident-Response-Pläne für OT-Szenarien aktualisieren
  • Betreiber im Erkennen verdächtigen HMI-Verhaltens schulen

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