剣 KENSAI
Critical CVE-2025-0282 January 2026 · 8 min read

CVE-2025-0282: Ivanti Connect Secure Unauthenticated RCE

Ein kritischer Stack-basierter Buffer-Overflow in Ivanti Connect Secure, Policy Secure und ZTA Gateways erlaubt unauthentifizierten Remote-Angreifern die Ausführung beliebigen Codes. Vor Patch-Verfügbarkeit aktiv von staatlich gesponserten Threat-Actors ausgenutzt. CVSS-Score: 9.0 KRITISCH.


9.0
CRITICAL
AttributWert
CVE-IDCVE-2025-0282
CVSS-VektorAV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H
CWECWE-121: Stack-basierter Buffer-Overflow
Veröffentlicht8. Januar 2025
AusnutzungAktiv — in CISA KEV gelistet

Was ist CVE-2025-0282?

CVE-2025-0282 ist eine Stack-basierte Buffer-Overflow-Schwachstelle in Ivanti Connect Secure (ehemals Pulse Secure VPN), Ivanti Policy Secure und Ivanti Neurons for ZTA Gateways. Die Schwachstelle befindet sich in der SSL-VPN-Gateway-Komponente und kann von einem unauthentifizierten Angreifer über das Netzwerk ausgelöst werden.

Die Schwachstelle wurde von Mandiant-Forschern entdeckt, die aktive Ausnutzung durch eine chinesische staatlich gesponserte Threat-Gruppe (getrackt als UNC5337) identifizierten, die die SPAWN-Malware-Familie einsetzt — darunter die Implantate SPAWNANT, SPAWNMOLE und SPAWNSNAIL für persistenten Zugriff.

🚨 Aktiv ausgenutzt

CISA nahm CVE-2025-0282 am 8. Januar 2025 mit einer verpflichtenden Remediation-Frist in seinen Known-Exploited-Vulnerabilities-Katalog auf. Über 3.000 internet-gerichtete Ivanti-Gateways wurden kompromittiert, bevor Patches breit angewendet wurden. Die Post-Exploitation-Aktivität umfasste Credential-Harvesting, laterale Bewegung und den Einsatz persistenter Rootkits.

Betroffene Systeme

ProduktBetroffene VersionenBehobene Version
Ivanti Connect Secure22.7R2 through 22.7R2.422.7R2.5
Ivanti Policy Secure22.7R1 through 22.7R1.222.7R1.3 (21. Jan.)
Ivanti Neurons ZTA22.7R2 through 22.7R2.322.7R2.5

Technischer Impact

Erfolgreiche Ausnutzung von CVE-2025-0282 gewährt einem unauthentifizierten Angreifer vollständige Kontrolle über die VPN-Gateway-Appliance. Da diese Geräte am Netzwerk-Perimeter sitzen und den gesamten Remote-Access-Traffic abwickeln, ist der Blast-Radius außergewöhnlich groß:

Wie die Schwachstelle funktioniert

Der Buffer-Overflow tritt im IFT-Dienst (Ivanti Fieldwork Terminal) auf, der die initiale SSL/TLS-Aushandlung behandelt. Ein Angreifer sendet während der Handshake-Phase — bevor irgendeine Authentifizierung erfolgt — ein speziell präpariertes Paket mit einem fehlerhaften Längenfeld, das den Dienst veranlasst, mehr Daten in einen Stack-Buffer fester Größe zu kopieren, als dieser fassen kann.

# Simplified representation of the vulnerable code path
void handle_ift_request(char *data, size_t len) {
    char buf[512];          // Fixed-size stack buffer
    size_t claimed_len = get_claimed_length(data);  // Attacker-controlled
    memcpy(buf, data, claimed_len);  // No bounds check — overflow here
    process_ift(buf);
}

Der Overflow überschreibt die gespeicherte Rücksprungadresse auf dem Stack. Da ASLR auf der Appliance-Firmware nur teilweise wirksam ist, nutzten Angreifer eine Information-Disclosure aus der Begleit-Schwachstelle CVE-2025-0283, um die Randomisierung auszuhebeln und zuverlässige Ausnutzung zu erreichen.

Erkennung

Log-Analyse

Suchen Sie in den Logs von Ivanti Connect Secure nach diesen Indikatoren:

# Suspicious IFT service crashes (pre-exploitation)
grep "ift" /var/log/messages | grep -i "crash\|segfault\|core dump"

# Unexpected outbound connections from gateway
grep "CONNECT\|tunnel" /var/log/esap.log | grep -v "known-good-ips"

# SPAWNSNAIL SSH backdoor on non-standard port
netstat -tlnp | grep -v ":22 \|:443 \|:80 "

Netzwerk-Indikatoren

Ivanti Integrity Checker Tool (ICT)

Ivanti veröffentlichte speziell für diesen Vorfall ein Integrity Checker Tool. Führen Sie das externe ICT gegen alle Gateways aus — das interne ICT wurde in einigen Vorfällen vom SPAWNANT-Installer kompromittiert.

Mitigation

  1. Sofort patchen: Upgrade auf Connect Secure 22.7R2.5 oder höher. Dies ist eine verpflichtende Maßnahme ohne praktikablen Workaround.
  2. Werksreset vor dem Patchen: Aufgrund der Persistenz auf Firmware-Ebene empfiehlt Ivanti, vor dem Anwenden von Patches auf potenziell kompromittierten Geräten einen Werksreset durchzuführen.
  3. Alle Credentials rotieren: Jedes Credential, das das VPN-Gateway passiert hat, muss als kompromittiert gelten. Rotieren Sie VPN-Passwörter, Zertifikate und alle über das Gateway authentifizierten Credentials.
  4. Gateway-Logs prüfen: Auditieren Sie die Zugriffs-Logs der 90 Tage vor dem Patchen auf Anzeichen unautorisierten Zugriffs.
  5. Netzwerk-Segmentierung umsetzen: Beschränken Sie die ausgehende Konnektivität des VPN-Gateways auf ausschließlich notwendige Ziele.
  6. EDR auf dem Gateway einsetzen: Setzen Sie, wo unterstützt, Endpoint-Detection auf Gateway-Appliances ein.

💡 Falls Policy Secure oder ZTA betroffen sind: Ivanti veröffentlichte am 21. Januar 2025 Patches für Policy Secure und ZTA. Exponieren Sie Policy Secure nicht im Internet — es ist nicht für externen Zugriff ausgelegt und sollte hinter einer Firewall platziert werden.

KENSAI-Erkennungsfähigkeit

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